Olaf Schlote | Fotografien // Transit

Zur Ausstellung von Klaus Honnef

Schlotes Bilder besitzen eine Fülle von Facetten: die physische des Ortswechsels, die metaphorische einer Reise durch das Leben von der Geburt bis zum Tod sowie eine metaphysische. Letztere bringt der Künstlerfotograf mithilfe mehrerer inszenatorischer Entscheidungen zur Anschauung. Erstens durch die gezielte Verwendung von Triptychen, also durch Formen des Dreitaktbildes, die an Altarbilder erinnern. Zweitens dank des punktuellen Einsatzes von Leuchtkästen, kraft derer die fotografierten Motive eine Art Eigenlicht (Glanzlicht) erhalten. Und drittens mit dem allmählichen Zurückdrängen sämtlicher Gegenstandsformen zugunsten einer diffusen, konturlosen, atmosphärischen Raum- und Ortlosigkeit, die natürlich alles andere als scheinbar ist, doch die Optik in letzter Konsequenz auf die reine Sichtbarkeit reduziert.

Die Reise entpuppt sich in solchen Bildern als eine Reise zum Licht, zum Absoluten, das alles Physische tilgt, und nichts ist als Anschauung an und für sich. Leiter und Treppen symbolisieren das unstillbare Verlangen nach Licht. Der Blickpunkt vieler Bilder verschiebt sich aus dem Zentrum nach oben, zum Licht. Die Geburt bedeutet die erste Begegnung des Menschen mit dem Licht. Insofern stellt sich von allein eine emotionale Affinität zum Suprematismus Malewitschs ein, zum Streben nach Transzendenz, nach einer Wirklichkeit jenseits empirischer Realität, einer Wirklichkeit obendrein, in der sich das Transitorische am Ende in der Stille des Ewigen aufhebt.

About the exhibition by Klaus Honnef

Schlote’s pictures display a wealth of facets: the physical aspect of a change in place, the metaphorical aspect of a journey through life from birth to death, and also a metaphysical level. The artist-photographer expresses the latter with the aid of several decisions relevant to staging. Firstly, there is his deliberate use of triptychs, i.e. forms of three-phase image which are reminiscent of an altarpiece. Secondly, he sometimes uses light-boxes, which are capable of providing the photographed motifs with a specific light of their own (highlighting). And thirdly, he gradually pushes away object-forms in favour of a diffuse, atmospheric, contourless lack of space and location, which not at all obvious, but in the final consequence reduces the optics to pure visibility.

In such images, the journey unfolds as a journey into the light, towards the absolute, which erases everything physical, being nothing but seeing per se. Ladders and stairways symbolise this insatiable longing for light. The viewing point of many images moves from the centre upwards, towards the light. Birth signifies the human being’s first encounter with light. To this extent, an automatic emotional affinity does arise to Malevich’s Suprematism, to his striving for transcendence and a reality beyond empirical reality; ultimately, for a reality in which the transitory is finally abolished in the silence of the eternal.